American Football - Die letzten Jahre in Wort und Zahl




   1996 - Triumph eines Quarterback-Genies   

Es war sein Jahr: Brett Favre, einer der größten Football-Spieler aller Zeiten. Über drei Jahre hinweg dominierte er mit seinen Green Bay Packers die Liga, diesem ganz besonderen Team, das nicht einem milliardenschweren Mäzen gehört sondern den Einwohnern einer Kleinstadt im hohen Norden der USA. Dreimal hintereinander wurde er zum wertvollsten Spieler der NFL gewählt. Und immerhin einmal gelang ihm tatsächlich der ganz große Triumph, der vielen anderen seiner herausragenden Kollegen (etwa die zu dieser Zeit noch aktiven Dan Marino und Jim Kelly) immer verwehrt blieb: der Gewinn des Superbowls.
Das Finale war gepriesen worden als Auseinandersetzung der Shooting Stars auf der Quarterback-Position: Brett Favre und Drew Bledsoe. Doch im Spiel selbst erwies sich Bledsoe dem Druck nicht gewachsen und servierte 4 Interceptions, während Favre mit Pässen über 54 bzw. 81 Yards seine Klasse bewies. Das Sahnehäubchen und die Entscheidung des Spiels blieb schließlich einem anderen Star der Packers vorbehalten: Desmond Howard trug einen Kickoff nach dem Anschlußtreffer der Patriots postwendend über einen Superbowlrekord von 99 Yards hinweg in die Endzone des Gegners zurück.
Doch was zu diesem Zeitpunkt noch der Anfang einer glorreichen Ära schien, war (bislang) der einzige Triumph, der diesem Ausnahmespieler und seinem Team vergönnt blieb. Immerhin prägten die Green Bay Packers die NFL-Entwicklung noch auf andere Art und Weise: mittlerweile sind sechs der damaligen Trainer und Assistenztrainer in einem anderen Team der Liga in leitender Funktion tätig und tragen so den Geist und den Erfolg dieses ganz besonderen Teams weiter durch die Liga.

NFC East
Dallas Cowboys 10 60
Philadelphia Eagles 10 60
Washington Redskins  9 70
Arizona Cardinals  7 90
New York Giants  6100
NFC Central
Green Bay Packers 13 30
Minnesota Vikings  9 50
Chicago Bears  7 90
Tampa Bay Buccaneers  6100
Detroit Lions  5110
NFC West
Carolina Panthers 12 40
San Francisco 49ers 12 40
St. Louis Rams  6100
Atlanta Falcons  3130
New Orleans Saints  3130
AFC East
New England Patriots 11 50
Buffalo Bills 10 60
Indianapolis Colts  9 70
Miami Dolphins  8 80
New York Jets  1150
AFC Central
Pittsburgh Steelers 10 60
Jacksonville Jaguars  9 70
Cincinatti Bengals  8 80
Houston Oilers  8 80
Baltimore Ravens  4120
AFC West
Denver Broncos 13 30
Kansas City Chiefs  9 70
San Diego Chargers  8 80
Oakland Raiders  7 90
Seattle Seahawks  7 90
Wildcard Games
San Francisco 49ers
Philadelphia Eagles
14
 0
Dallas Cowboys
Minnesota Vikings
40
15
Buffalo Bills
Jacksonville Jaguars
27
30
Pittsburgh Steelers
Indianapolis Colts
42
14
Divisional Playoffs
Green Bay Packers
San Francisco 49ers
35
14
Carlolina Panthers
Dallas Cowboys
26
17
Denver Broncos
Jacksonville Jaguars
27
30
New England Patriots
Pittsburgh Steelers
28
 3
Conference Finals
Green Bay Packers
Carolina Panthers
30
13
New England Patriots
Jacksonville Jaguars
20
 6

Superbowl
Green Bay Packers
New England Patriots
35
21
MVP: Brett Favre (Green Bay Packers)
MVP des Finales: Desmond Howard (Green Bay Packers)

   1997 - Das Comeback des "Captain Comeback"   

In einem der spannendsten Super-Bowls der letzten Jahre und vor allem dem raren Ereignis, daß sich im Finale der Saison wirklich zwei großartige Teams mit großen Spielerpersönlichkeiten gegenüberstehen, gelang den Denver Broncos die Überraschung: sie schlugen den Vorjahresmeister Green Bay mit seinem genialen und charismatischen Leader Brett Favre, der zwar auch an diesem Abend der beste Spieler auf dem Platz war, aber doch einem Altmeister den Vortritt lassen mußte, John Elway, einem der ganz großen Persönlichkeiten der Liga, für den sich an diesem Abend seine glanzvolle Karriere mit dem Superbowltriumph abrundete.
An diesem Abend schien Elway, der bereits die Erfahrung einer Finalniederlage gegen den großen Joe Montana machen mußte, von verständlicher Nervosität ergriffen. Doch endlich hatte er ein adäquates Team an seiner Seite. Und nachdem er zu lange in seiner Karriere den Alleinunterhalter in Denver spielen mußte, ruhte an diesem größten Abend seiner Laudfbahn der Erfolg des Teams nicht auf seinen Schultern, sondern auf denen eines Ballträgers, der im Alleingang die Green Bay Packers in Grund und Boden zu rennen schien: Terrell Davis, der mit einem gewaltigen Spiel von über 150 Yards seinem "Captain" zur Krönung seiner Karriere verhalf.

NFC East
New York Giants 10 51
Washington Redskins  8 71
Philadelphia Eagles  6 91
Dallas Cowboys  6100
Arizona Cardinals  4120
NFC Central
Green Bay Packers 13 30
Tampa Bay Buccaneers 10 60
Detroit Lions  9 70
Minnesota Vikings  9 70
Chicago Bears  4120
NFC West
San Francisco 49ers 13 30
Carolina Panthers  7 90
Atlanta Falcons  7 90
New Orleans Saints  6100
St. Louis Rams  5110
AFC East
New England Patriots 10 60
Miami Dolphins  9 70
New York Jets  9 70
Buffalo Bills  6100
Indianapolis Colts  3130
AFC Central
Pittsburgh Steelers 11 50
Jacksonville Jaguars 11 50
Tennessee Oilers  8 80
Cincinatti Bengals  7 90
Baltimore Ravens  6 91
AFC West
Kansas City Chiefs 13 30
Denver Broncos 12 40
Seattle Seahawks  8 80
Oakland Raiders  4120
San Diego Chargers  4120
Wildcard Games
Tampa Bay Buccaneers
Detroit Lions
20
10
New York Giants
Minnesota Vikings
22
23
Denver Broncos
Jacksonville Jaguars
42
17
New England Patriots
Miami Dolphins
17
 3
Divisional Playoffs
Green Bay Packers
Tampa Bay Buccaneers
27
 7
San Francisco 49ers
Minnesota Vikings
38
22
Kansas City Chiefs
Denver Broncos
10
14
Pittsburgh Steelers
New England Patriots
 7
 6
Conference Finals
San Francisco 49ers
Green Bay Packers
10
23
Pittsburgh Steelers
Denver Broncos
21
24

Superbowl
Green Bay Packers
Denver Broncos
24
31
MVP: Brett Favre (Green Bay Packers) & Barry Sanders (Detroit Lions)
MVP des Finales: Terrell Davis (Denver Broncos)

   1998 - Denvers Dominanz   

Er trat nicht zurück nach dem Triumph des Vorjahres, sondern hängte noch eine weitere Saison an den letztjährigen Superbowlerfolg gegen die Green Bay Packers dran, und John Elway wußte, was er tat. Denn im Gegensatz zum knappen und letztlich auch glücklichen Sieg gegen ein eigentlich spielerisch besseres Team, dominierten er und Terrell Davis, der zum wertvollsten Spieler gewählt wurde mit ihren Denver Broncos die 98er-Saison scheinbar nach Belieben. Erst als sie sich bereits das Playoff-Ticket gesichert hatten, verspielten sie die durchaus vorhandene Chance auf eine "perfekte Saison" ohne Niederlage. Doch in den Playoffs selbst blieben sie wieder so unantastbar wie zuvor und dominierten drei Spiele lang ihre Gegner bis zum Superbowl, wo die Atlanta Falcons so chancenlos waren, wie schon lange keine Mannschaft im NFL-Finale. Das Endergebnis täuscht sogar noch über die Deutlichkeit des Sieges hinweg, denn Denver führte im 4. Viertel bereits mit 31 zu 6, ehe das Team wie schon in der regulären Saison gegen Ende die Zügel schleifen ließ.
Bei aller Begeisterung für die Denver Broncos, muß man doch bedauern, daß ein eindimensionales Team wie die Atlanta Falcons überhaupt ins Finale vorstoßen konnte. Ob Green Bay, San Francisco, Dallas oder vor allem die in diesem Jahr überragenden Minnesota Vikings: jedes dieser Teams hätte in der Lage sein können, aus dem Finale einen Klassiker wie den des Vorjahres zu schaffen. Die vollkommen überforderten und in der Folgesaison desolaten Atlante Falcons waren es jedenfalls nicht. John Elway aber trat mit einem glanzvollen Spiel mit über 300 Paßyards von seiner Karriere ab, nicht nur im Besitz von zwei Superbowltriumphen sondern im zweiten Anlauf auch endlich als ausgezeichnet bester Spieler des Superbowls, der sein Team auch in den entscheidenden Minuten einer Saison zu führen vermochte.

NFC East
Dallas Cowboys 10 60
Arizona Cardinals  9 70
New York Giants  8 80
Washington Redskins  6100
Philadelphia Eagles  3130
NFC Central
Minnesota Vikings 15 10
Green Bay Packers 11 50
Tampa Bay Buccaneers  8 80
Detroit Lions  5110
Chicago Bears  4120
NFC West
Atlanta Falcons 14 20
San Francisco 49ers 12 40
New Orleans Saints  6100
Carolina Panthers  4120
St. Louis Rams  4120
AFC East
New York Jets 12 40
Miami Dolphins 10 60
Buffalo Bills 10 60
New England Patriots  9 70
Indianapolis Colts  3130
AFC Central
Jacksonville Jaguars 11 50
Tennessee Oilers  8 80
Pittsburgh Steelers  7 90
Baltimore Ravens  6100
Cincinatti Bengals  3130
AFC West
Denver Broncos 14 20
Oakland Raiders  8 80
Seattle Seahawks  8 80
Kansas City Chiefs  7 90
San Diego Chargers  5110
Wildcard Games
Dallas Cowboys
Arizona Cardinals
 7
20
San Francisco 49ers
Green Bay Packers
30
27
Miami Dolphins
Buffalo Bills
24
17
Jacksonville Jaguars
New England Patriots
25
10
Divisional Playoffs
Minnesota Vikings
Arizona Cardinals
41
21
Atlanta Falcons
San Francisco 49ers
20
18
Denver Broncos
Miami Dolphins
38
 3
New Jork Jets
Jacksonville Jaguars
34
24
Conference Finals
Minnesota Vikings
Atlanta Falcons(OT)
27
30
Denver Broncos
New York Jets
22
10

Superbowl
Atlanta Falcons
Denver Broncos
19
34
MVP: Terrell Davis (Denver Broncos)
MVP des Finales: John Elway (Denver Broncos)

   1999 - Die "greatest Show on Earth"   

Es war ein Jahr des Umbruchs in der NFL: die großen Teams der 90er gehörten fortan der Vergangenheit an: Green Bay, San Francisco, Denver schafften nicht einmal mehr die Playoffs. Dallas und Buffalo gelang noch ein letztes Mal der knappe Sprung, doch schieden beide bereits in der ersten Runde aus. Und zum ersten Mal wurde es eine Saison der Sorte von Überraschungen, wie sie die nächsten Jahre in der NFL zum Alltag werden sollten: zuvor vollkommen unbekannte Spieler traten ins Rampenlicht, desolate Teams der Vorsaison kehrten ihre Bilanz um, von Spieltag zu Spieltag jagte eine Sensation die nächste.
Insbesondere zwei Teams waren es in dieser Saison, die von sich reden machten, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten: Tennessee, die erstmals den alten Houstoner Teamnamen "Oilers" abgestreift hatten, ein extrem konservativ gecoachtes Team beinahe ohne jeden Star, das mit Glück und eisernem Willen Woche für Woche in den Playoffs scheinbar verlorene Spiele noch umbog, darunter das sensationelle "Music City Miracle" in der letzten Sekunde des Spiels gegen Buffalo. Und die St. Louis Rams, im Vorjahr noch die Kellerkinder ihrer Division, die unter ihrem bis dato vollkommen unbekannten Quarterback Kurt Warner groß aufspielten und durch die Liga bis zum Superbowltriumph fegten mit einem Offensivfeuerwerk ohne gleichen.
Kurt Warners eigene Geschichte klingt dabei wie ein Märchen: in der Saisonvorbereitung noch ein namenloser Backup ohne jede NFL-Erfahrung, avancierte er nach der Verletzung des Starters Trent Green mit einer Rekordzahl von 41 Touchdowns zum Spieler des Jahres und zum Anführer eines Teams, das die großen Teams der 90er in punkto Dominanz der Liga ablösen sollte: die St. Louis Rams, die selbsternannte "greatest show on earth".

NFC East
Washington Redskins 10 60
Dallas Cowboys  8 80
New York Giants  7 90
Arizona Cardinals  6100
Philadelphia Eagles  5110
NFC Central
Tampa Bay Buccaneers 11 50
Minnesota Vikings 10 60
Detroit Lions  8 80
Green Bay Packers  8 80
Chicago Bears  6100
NFC West
St. Louis Rams 13 30
Carolina Panthers  8 80
Atlanta Falcons  5110
San Francisco 49ers  4120
New Orleans Saints  3130
AFC East
Indianapolis Colts 13 30
Buffalo Bills 11 50
Miami Dolphins  9 70
New York Jets  8 80
New England Patriots  8 80
AFC Central
Jacksonville Jaguars 14 20
Tennessee Titans 13 30
Baltimore Ravens  8 80
Pittsburgh Steelers  6100
Cincinatti Bengals  4120
Cleveland Browns  2140
AFC West
Seattle Seahawks  9 70
Kansas City Chiefs  9 70
San Diego Chargers  8 80
Oakland Raiders  8 80
Denver Broncos  6100
Wildcard Games
Minnesota Vikings
Dallas Cowboys
27
10
Washington Redskins
Detroit Lions
27
13
Seattle Seahawks
Miami Dolphins
17
20
Tennessee Titans
Buffalo Bills
22
16
Divisional Playoffs
St. Louis Rams
Minnesota Vikings
41
21
Tampa Bay Buccaneers
Washington Redskins
14
13
Jacksonville Jaguars
Miami Dolphins
62
 7
Indianapolis Colts
Tennessee Titans
16
19
Conference Finals
St. Louis Rams
Tampa Bay Buccaneers
11
 6
Jacksonville Jaguars
Tennessee Titans
14
33

Superbowl
St. Louis Rams
Tennessee Titans
23
16
MVP: Kurt Warner (St. Louis Rams)
MVP des Finales: Kurt Warner (St. Louis Rams)

   2000 - Das Jahr der Verteidigung   

Eine wahre Katastrophensaison war der Jahrgang 2000 - jedenfalls für die Anhänger des Offensivfootballs. Beinahe alle Playoff-Spiele nahmen einen "verkehrten" Ausgang gegenüber dem, der für einen spektakulären Superbowl wünschenswert gewesen wäre. So warf New Orleans Quarterback Aaron Brooks mit dem Eintagsfliegen-Spiel seines Lebens die St. Louis Rams aus dem Rennen. Payton Mannings Colts verloren in der Verlängerung gegen die drögen Dolphins. Oaklands Quarterback Rich Gannon verletzte sich im AFC-Finale, und die vielleicht spektakulärste Mannschaft der Saison, die Minnesota Vikings ließen sich im NFC-Finale von den auf einer Woge der Selbst- und Fremdüberschätzung reitenden New York Giants mit 41 zu 0 niederbügeln. Die hatten damit ihrerseits jedes Pulver verschossen und servierte den Gegnern in einem langweiligen Superbowl mit einer Unmenge von Interceptions und persönlichen Fehlleistungen den Sieg auf dem Silbertablett.
Logischer Meister einer solchen Saison war die Mannschaft, die die wenigsten offensiven Fehler beging (weil sie ohnehin keinerlei Offensivpotential besaß, das auch nur das geringste Angriffsrisiko gerechtfertig hätte), die das Kunststück fertigbrachte, in der regulären Saison 5 Spiele in Folge ohne einen einzigen eigenen Tochdown zu absolvieren, eine Mannschaft die aber von einer wahrlich überragenden Verteidigung (angeführt vom Star-Linebacker Ray Lewis, der sich in der Vorsaison noch mit einer Mordanklage auseinanderzusetzen hatte) lebte, die pro Spiel im Schnitt gerade mal 10 Punkte des Gegners zuließ und einem Kicker, der beinahe die Hälfte aller Punkte erzielte: die Baltimore Ravens. Und so wird Trent Dilfer in die Geschichte eingehen als möglicherweise schwächster Quarterback, der je einen Superbowlring über seinen Finger streifen durfte.

NFC East
New York Giants 12 40
Philadelphia Eagles 11 50
Washington Redskins  8 80
Dallas Cowboys  5110
Arizona Cardinals  3130
NFC Central
Minnesota Vikings 11 50
Tampa Bay Buccaneers 10 60
Green Bay Packers  9 70
Detroit Lions  9 70
Chicago Bears  5110
NFC West
New Orleans Saints 10 60
St. Louis Rams 10 60
Carolina Panthers  7 90
San Francisco 49ers  6100
Atlanta Falcons  4120
AFC East
Miami Dolphins 11 50
Indianapolis Colts 10 60
New York Jets  9 70
Buffalo Bills  8 80
New England Patriots  5110
AFC Central
Tennessee Titans 13 30
Baltimore Ravens 12 40
Pittsburgh Steelers  9 70
Jacksonville Jaguars  7 90
Cincinatti Bengals  4120
Cleveland Browns  3130
AFC West
Oakland Raiders 12 40
Denver Broncos 11 50
Kansas City Chiefs  7 90
Seattle Seahawks  6100
San Diego Chargers  1150
Wildcard Games
Philadelphia Eagles
Tampa Bay Buccaneers
21
 3
New Orleans Saints
St. Louis Rams
31
28
Miami Dolphins(OT)
Indianapolis Colts
23
17
Baltimore Ravens
Denver Broncos
21
 3
Divisional Playoffs
New York Giants
Philadelphia Eagles
20
10
Minnesota Vikings
New Orleans Saints
34
16
Oakland Raiders
Miami Dolphins
27
 0
Tennessee Titans
Baltimore Ravens
10
24
Conference Finals
New York Giants
Minnesota Vikings
41
 0
Oakland Raiders
Baltimore Ravens
 3
16

Superbowl
New York Giants
Baltimore Ravens
 7
34
MVP: Marshall Faulk (St. Louis Rams)
MVP des Finales: Ray Lewis (Baltimore Ravens)

   2001 - Wie haben sie das gemacht?   

Wie haben sie das gemacht? Das fragten sich die zahllosen Footballexperten nach dem Superbowltriumph eines der krassesten Außenseiter der NFL-Geschichte, der New England Patriots, die zu allem Überfluß auch noch von einem zuvor vollkommen unbekannten Quarterback, Tom Brady, dem jüngsten Final-MVP aller Zeiten, zu einem Erfolg geleitet wurden, den sein Vorgänger und Top-Spielmacher Drew Bledsoe niemals erreichen konnte.
Zum dritten Mal nacheinander war es eine NFL-Saison der Überraschungen: Chicago, Cleveland, Pittsburgh, San Francisco und natürlich New England setzten die Sensations-Glanzlichter. Und doch war es gleichzeitig die Saison einer absolut dominierenden Mannschaft, der St. Louis Rams, die zu ihrer spektakulären Offensive endlich auch eine Verteidigung von Format aufbauen konnten, eine Mannschaft die so komplett und vollkommen schien, daß sie sich eigentlich nur selbst schlagen konnte. Und genau das haben sie im Finale dann auch getan, als drei Ballverluste zu den bis zum letzten entscheidenden Drive, dem einzigen Moment des Spiels, in dem auch Tom Brady seine mentale Stärke bewies und sich den MVP-Titel verdiente, drei einzigen Scores ihrer Gegner führten.
Also mag man von Glück reden, von einer krassen Bevorzugung durch die Schiedsrichter im Playoffspiel gegen Oakland, vom Abstauben im Finale der Fehler eines schlecht aufgelegten Gegners, die New England Patriots blieben am Ende der Saison in neun Spielen ungeschlagen und besiegten in den Playoffs nacheinander mit Oakland, Pittsburgh und St. Louis die drei dominierenden Teams der regulären Saison. Wer eine solche Leistung vollbringen kann, hat den Superbowltriumph verdient, auch wenn es diesem Team schwer fallen wird wie einigen Mannschaften der letzten Jahre in dieser so wechselhaft gewordenen Liga in der nächsten Saison an den unerwarteten Triumph anzuknüpfen.

NFC East
Philadelphia Eagles 11 50
Washington Redskins  8 80
New York Giants  7 90
Arizona Cardinals  7 90
Dallas Cowboys  5110
NFC Central
Chicago Bears 13 30
Green Bay Packers 12 40
Tampa Bay Buccaneers  9 70
Minnesota Vikings  5110
Detroit Lions  2140
NFC West
St. Louis Rams 14 20
San Francisco 49ers 12 40
New Orleans Saints  7 90
Atlanta Falcons  7 90
Carolina Panthers  1150
AFC East
New England Patriots 11 50
Miami Dolphins 11 50
New York Jets 10 60
Indianapolis Colts  6100
Buffalo Bills  3130
AFC Central
Pittsburgh Steelers 13 30
Baltimore Ravens 10 60
Cleveland Browns  7 90
Tennessee Titans  7 90
Jacksonville Jaguars  6100
Cincinatti Bengals  6100
AFC West
Oakland Raiders 10 60
Seattle Seahawks  9 70
Denver Broncos  8 80
Kansas City Chiefs  6100
San Diego Chargers  5110
Wildcard Games
Green Bay Packers
San Francisco 49ers
25
15
Philadelphia Eagles
Tampa Bay Buccaneers
31
 9
Miami Dolphins
Baltimore Ravens
 3
20
Oakland Raiders
New York Jets
38
24
Divisional Playoffs
St. Louis Rams
Green Bay Packers
45
17
Chicago Bears
Philadelphia Eagles
19
33
Pittsburgh Steelers
Baltimore Ravens
27
10
New England Patriots
Oakland Raiders(OT)
16
13
Conference Finals
St. Louis Rams
Philadelphia Eagles
29
24
Pittsburgh Steelers
New England Patriots
17
24

Superbowl
St. Louis Rams
New England Patriots
17
20
MVP: Kurt Warner (St. Louis Rams)
MVP des Finales: Tom Brady (New England Patriots)

   2002 - Der Gruden-Bowl   

Auch das erste Jahr der Neuordnung der NFL in acht Divisionen brachte wieder eine dieser Geschichten hervor, die die Amerikaner so sehr lieben: Jon Gruden, der erst zu Beginn dieser Saison die Tampa Bay Buccaneers als Headcoach übernommen hatte, stand im Finale seinem alten Team, den Oakland Raiders, gegenüber. Und Jon Gruden gewann - gegen sein altes Team, gegen sein altes Erfolgsrezept, im Prinzip gegen sich selbst und führte die Tampa Bay Buccaneers, die NFL-Lachnummer der 70er und 80er-Jahre zum ersten Mal zum großen Triumph, dem Gewinn der Vince-Lombardy-Trophy. Er war es, der der von Tony Dungee geformten Spitzen-Defense endlich eine funktionierende Offense an die Seite stellte, die im Unterschied zu den Vorjahren auch High-Scoring-Potential besaß. Und mit Brad Johnson hatte er einen Quarterback, der nicht so eine spektakuläre Saison hatte wie sein Gegenüber Rich Gannon, diesem im entscheidenden Spiel des Jahres an Nervenstärke und Zuverlässigkeit aber überlegen war.
Eigentlich... ja eigentlich war es das Jahr von Oakland, ein Team gespickt mit Altstars: Rich Gannon, Tim Brown, Jerry Rice, Rod Woodson, Bill Romanowski - alle über 35, alle mit der letzten Chance, ihre Karriere mit einem weiteren (oder gar dem ersten) Superbowl-Ring zu krönen. Und so traten sie auch auf, zumindest in der 2. Saisonhälfte, fingen sich nach einer 0:4-Serie und spielten sich in einem Lauf, der zu einem 12:5-Resultat führte. Ihr Quarterback Rich Gannon wurde zum MVP der Liga gewählt. Die Offensive schien ganz einfach nicht zu stoppen. Doch im Finale, so kurz vor dem ersehnten Triumph, versagten den "alten Herren" dann doch die Nerven, allen voran Rich Gannon, der 5 Interceptions warf. Und der "Lehrmeister" Jon Gruden triumphierte über seinen "Schüler" Bill Callahan, schlug sein eigenes System, mit dem er Oakland einst an die NFL-Spitze geführt hatte, sein System, das eben so sehr abhängig von einem soliden Quarterback und sicheren Pässen ist. Es ist zu befürchten, daß dies die letzte Chance der Starriege der Oakland Raiders war, sich noch einmal im Triumph zu sonnen, bevor es in den nächsten Jahren zum großen Umbruch mit neuen Spielern kommen wird.

NFC East
Philadelphia Eagles 12 40
New York Giants 10 60
Washington Redskins  7 90
Dallas Cowboys  5110
AFC East
New York Jets  9 70
New England Patriots  9 70
Miami Dolphins  9 70
Buffalo Bills  8 80
NFC North
Green Bay Packers 12 40
Minnesota Vikings  6100
Chicago Bears  4120
Detroit Lions  3130
AFC North
Pittsburgh Steelers 10 51
Cleveland Browns  9 70
Baltimore Ravens  7 90
Cincinnati Bengals  2140
NFC South
Tampa Bay Buccaneers 12 40
Atlanta Falcons  9 61
New Orleans Saints  9 70
Carolina Panthers  7 90
AFC South
Tennessee Titans 11 50
Indianapolis Colts 10 60
Jacksonville Jaguars  6100
Houston Texans  4120
NFC West
San Francisco 49ers 10 60
St. Louis Rams  7 90
Seattle Seahawks  7 90
Arizona Cardinals  5110
AFC West
Oakland Raiders 11 50
Denver Broncos  9 70
San Diego Chargers  8 80
Kansas City Chiefs  4120
Wildcard Games
Green Bay Packers
Atlanta Falcons
 7
27
San Francisco 49ers
New York Giants
39
38
New York Jets
Indianapolis Colts
41
 0
Pittsburgh Steelers
Cleveland Browns
36
33
Divisional Playoffs
Philadelphia Eagles
Atlanta Falcons
20
 6
Tampa Bay Buccaneers
San Francisco 49ers
31
 6
Tennessee Titans
Pittsburgh Steelers(OT)
34
31
Oakland Raiders
New York Jets
20
10
Conference Finals
Philadelphia Eagles
Tampa Bay Buccaneers
10
27
Tennessee Titans
Oakland Raiders
24
41

Superbowl
Tampa Bay Buccaneers
Oakland Raiders
48
21
MVP: Rich Gannon (Oakland Raiders)
MVP des Finales: Dexter Jackson (Tampa Bay Buccaneers)

   2003 - New England Again oder Das Jahr der Trainer   

In einem Jahr, in dem die Liga wieder enger zusammenrückte, einem Jahr, in dem die letztjährigen Finalisten, die Tampa Bay Buccaneers und Oakland Raiders, nicht einmal den Einzug in die Playoffs schaffte, der Superbowl hingegen zwischen zwei Mannschaften ausgespielt wurde, die im letzten Jahr noch unter ferner liefen landeten, in einem Jahr, in dem die Stars der Liga zwar große Auftritte hatten, der glorreiche Monday-Night-Auftritt von Brett Favre nach dem Tod seines Vaters, die zwei fast perfekten Playoff-Demonstrationen von Payton Manning, die Auftritte von seinem Co-MVP Steve McNair und Donovan McNabb, die ihre Mannschaften durch ihre Willensleistungen in und durch die Playoffs führten, nur um in den entscheidenden Partien dann doch nicht ihre Ausnahmequalitäten abrufen zu können, in einem solchen Jahr waren es andere Dinge die zählten: Einsatz, Fehlerlosigkeit, Begünstigung durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen und vor allem Glück, wie gerade von den Carolina Panthers das ganze Jahr über in knappen Spielen demonstriert, als dieses Team ohne große Namen, das vor 2 Jahren noch eine 1:15-Bilanz aufwies, bis in den Superbowl geschwemmt wurde, wo sie vielleicht ihr bestes Spiel des Jahres ablieferten und doch nicht gewinnen konnten, gerade weil sie auch in diesem Spiel zu sehr das Risiko scheuten und fast drei Viertel über jegliches Offensivspiel verweigerten, ehe sie ihren Quarterback Jake Delhomme in einem großartigen Finish beider Halbzeiten von der Leine ließen.
Und vor allem auf eine Person kam es an: den Trainer, ob Bill Parcells oder Marvin Lewis, die die desolaten Dallas Cowboys und Cincinnatis Bengals wieder auf die Erfolgsspur führten, ob Dick Vermeil oder Andy Reid, die mit Kansas City und Philadelphia lange Siegesserien aufstellten. Schmerzhaft mußten diese Bedeutung des 12. Mannes insbesondere die St. Louis Rams und Green Bay Packers erfahren, die in dieser Saison auf dem Weg zu großen Erfolgen zu sein schienen, bis ihren Trainern Mike Martz und Mike Sherman in den entscheidenden Situationen das Herz in die Hose rutschte und mit Angsthasenfootball das Playoff-Spiel und die Saison aus den Händen gegeben wurde. Ganz anders der Tiumphator des Jahres Verteidigungsguru Bill Belichick, der in einer seiner spektakulärsten Entscheidungen einen Safety für Raumgewinn abgab und das Spiel noch zu drehen vermochte. Und im Unterschied zur Saison 2001 war dieses Jahr New England wirklich die letztlich überragende Mannschaft der Saison: eine seit eh und je dominierende Verteidigung, doch auch ein fast fehlerfreier Angriff, der bis in den Superbowl hinein immer dann zu punkten verstand, wenn es nötig wurde, angeführt von Tom Brady, der bei der MVP-Wahl der Saison zwar noch zwei Kollegen den Vortritt lassen mußte, doch im Finale wieder zeigte, daß er vielleicht nicht der spektakulärste aber der coolste und nervenstärkste Spielmacher der Liga ist. Und schlichtweg der erfolgreichste.

NFC East
Philadelphia Eagles 12 40
Dallas Cowboys 10 60
Washington Redskins  5110
New York Giants  4120
AFC East
New England Patriots 14 20
Miami Dolphins 10 60
Buffalo Bills  6100
New York Jets  6100
NFC North
Green Bay Packers 10 60
Minnesota Vikings  9 70
Chicago Bears  7 90
Detroit Lions  5110
AFC North
Baltimore Ravens 10 60
Cincinnati Bengals  8 80
Pittsburgh Steelers  6100
Cleveland Browns  5110
NFC South
Carolina Panthers 11 50
New Orleans Saints  8 81
Tampa Bay Buccaneers  7 90
Atlanta Falcons  5110
AFC South
Indianapolis Colts 12 40
Tennessee Titans 12 40
Jacksonville Jaguars  5110
Houston Texans  5110
NFC West
St. Louis Rams 12 40
Seattle Seahawks 10 60
San Francisco 49ers  7 90
Arizona Cardinals  4120
AFC West
Kansas City Chiefs 13 30
Denver Broncos 10 60
Oakland Raiders  4120
San Diego Chargers  4120
Wildcard Games
Carolina Panthers
Dallas Cowboys
29
10
Green Bay Packers
Seattle Seahawks(OT)
33
27
Indianapolis Colts
Denver Broncos
41
10
Baltimore Ravens
Tennessee Titans
17
20
Divisional Playoffs
St. Louis Rams
Carolina Panthers(OT)
23
26
Philadelphia Eagles
Green Bay Packers(OT)
20
17
Kansas City Chiefs
Indianapolis Colts
31
38
New England Patriots
Tennessee Titans
17
14
Conference Finals
Philadelphia Eagles
Carolina Panthers
 3
14
New England Patriots
Indianapolis Colts
24
14

Superbowl
Carolina Panthers
New England Patriots
29
32
MVP: Payton Manning (Indianapolis Colts) & Steve McNair (Tennessee Titans)
MVP des Finales: Tom Brady (New England Patriots)

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